Über Johannes Heinze

Der Autor hat bisher keine Details angegeben.
Bisher hat Johannes Heinze, 102 Blog Beiträge geschrieben.

BV Bodensee Lippertsreute

Neuanlage eines Stillgewässerkomplexes in Lippertsreute/Überlingen am Bodensee, Baden-Württemberg Landwirtschaftlich intensiv genutzter Maisacker vor der Maßnahme. Foto: Holger Spiering. Historie Die Fläche wurde zuvor landwirtschaftlich als intensiver Maisacker genutzt und war entsprechend artenarm und monoton. Problemdarstellung Fast zwei Drittel des Gebiets liegen in einem Moorkörper mit Nieder- und Anmoorböden. Unter Berücksichtigung der im Projektgebiet herrschenden Standortbedingungen, war die vorherige Nutzung des Gebiets unrentabel. Durch einen Flächentausch konnten alle Parteien von der Maßnahmenumsetzung profitieren. Die Fläche wurde in extensiv genutztes Feuchtgrünland umgewandelt und mit heimischem Saatgut angesät. Im Zusammenspiel mit dem angelegten Stillgewässerkomplex konnte ein hochwertiges Biotop entstehen. Beschreibung der Maßnahmen Es wurde ein Stillgewässerkomplex mit fünf Weihern, Inseln, verschiedenen Tiefenzonen sowie Flachwasserbereichen angelegt. Auch Nasswiesenbereiche und Röhrichtflächen wurden zwischen den Stillgewässern und auf den umliegenden Flächen etabliert. Die vielfältigen Strukturen bieten so vielen Tieren und Pflanzen auf der Fläche unterschiedliche Lebensräume. Das Biotop dient als Trittstein im Biotopverbund Bodensee und verbindet die Biotope in Owingen-Billafingen und Frickingen. Außerdem trägt die Wiedervernässung der Fläche dazu bei, dass einer weiteren Degradation (Verschlechterung) der Torfböden entgegengewirkt wird. Umsetzung der Maßnahme in Lippertsreute. Foto: Michael Häfner/Holger Spiering. Zahlen, Daten, Fakten Maßnahmentyp: Schaffung von Kleingewässern und Feuchtwiesen Ziellebensraum: Stillgewässer, Nasswiesen, Röhricht, Grünland Größe des Biotops: Wasserfläche von ca. 1,1 ha Umsetzungszeitpunkt: 2020/2021 Kooperationspartner: Stadt Überlingen, Heinz-Sielmann-Stiftung Kosten: ca. 600.000 € Brutto (Planungs- und Baukosten) Ort: 47.798211; 9.215372 Rahmenbedingungen Die Maßnahme wurde in Zusammenarbeit der Stadt Überlingen und der Heinz-Sielmann-Stiftung realisiert. Neu angelegtes Stillgewässer in Lippertsreute. Foto: Holger Spiering. Kontakt Projektbüro Sielmanns Biotopverbünde in der Bodenseeregion Obertorstr. 23 88662 Überlingen Telefon: +49 7551 3011989 E-Mail: bodensee@sielmann-stiftung.de

Von |2023-01-18T13:06:16+01:0014. Januar 2022|Steckbrief|Kommentare deaktiviert für BV Bodensee Lippertsreute

Seigen für die Wiesenbrüter

Seigen für die Wiesenbrüter 11. Januar 2022 Im Rahmen des Teilprojektes MehrWert wird der Landschaftspflegeverband Freising e.V. im Winter 2022 mit der Anlage zweier Seigen im Projektgebiet Thonstetten beginnen. Der naturschutzfachliche Hintergrund Seigen sind flache Mulden in Wiesen, die sich meist im Frühjahr und nach vermehrten Niederschlägen mit Wasser füllen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie periodisch Wasser führen und somit auch trockenfallen. Ähnlich wie Blänken, die natürliche Wasserstellen in Moorgebieten darstellen sind Seigen wichtige Habitate für Wiesenbrüter, wie zum Beispiel den Kiebitz, da sie dort ihre Nahrung finden oder diese Wasserstellen als Trink- und Bademöglichkeit nutzen. Das generelle Vorgehen und die geplante Maßnahme Für die Anlage von Seigen eignen sich am besten Feuchtwiesen, aber auch andere Grünländer können in Frage kommen. Damit die Seige angenommen wird und auch z.B. Insekten profitieren, sollte die Senke mit einer artenreichen regionalen Saatgutmischung angesät werden. Geplant ist die Seige flach anzulegen, ca. 20-30cm tief und eine möglichst große Fläche zu schaffen. Das Gefälle sollte einen fließenden Übergang von Seige zur Wiese haben, um sicher zu stellen, dass die Seige auch gemäht werden kann. Mit Wasser gefüllte Seige bei Thonstetten. Foto: Landschaftspflegeverband Freising e.V.   Hierfür wurde im Sommer 2021 ein Antrag auf Abgrabungsrecht beim Landratsamt Freising abgeben. Zeitgleich wurden Angebote eingeholt, um ein geeignetes Fachunternehmen ausfindig zu machen. Sobald der Genehmigungsbescheid vorliegt, wird die Maßnahme umgesetzt. Sie interessieren sich für die Aufwertung von Feuchtwiesen? Dann melden Sie sich bei dem Landschaftspflegeverband Freising e.V.! Weitere Informationen zum Biotopverbund MehrWERT: Landschaftspflegeverband Freising e.V. David Eschler Telefon: 08161 600-439 E-Mail: david.eschler@kreis-fs.de

Von |2023-01-13T09:01:06+01:0011. Januar 2022|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Seigen für die Wiesenbrüter

Pressemitteilung: Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ für mehr Amphibien in Dorfteichen auf Rügen

Pressemitteilung: Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ für mehr Amphibien in Dorfteichen auf Rügen 08. Dezember 2021 Die Pressemitteilung informiert über die Ergebnisse der Amphibienkartierung in Dorfteichen auf Rügen. Duderstadt/Elstal, 8. Dezember 2021 – Im Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ werden in drei Regionen modellhaft praktische Biotopmaßnahmen umgesetzt und Kommunen in weiteren Regionen zur Umsetzung von Biotopverbünden animiert. Erste Ergebnisse eines Teilprojektes des von der Heinz Sielmann Stiftung koordinierten BiotopVerbundProjektes zeigen, dass von fünf untersuchten Dorfteichen auf der Insel Rügen die meisten eine relativ geringe Anzahl an Amphibienarten aufweisen. Durch Verschlammung und Verlandung der Teiche droht der Verlust dieses Lebensraums. Das ist das Fazit des ersten Kartierungsberichts des Büros für Freiraumplanung Czyppull, den die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rügen e.V. 2021 für die Region in Auftrag gegeben hatte. „InselBiotope – Kleingewässer als Trittsteine für den Biotopverbund auf der Insel Rügen“ ist ein Teilprojekt des BiotopVerbund-Projektes „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Ziel des Projektes ist es, Kommunen im gesamten Bundesgebiet, aber auch Privatpersonen und Organisationen für die Idee des Biotopverbundes zu begeistern und bei der Umsetzung zu unterstützen. Hierzu hat die Heinz Sielmann Stiftung zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Rügen e.V., der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim und dem Landschaftspflegeverband Freising e.V. das BiotopVerbund-Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen die Projektpartner:innen innerhalb der Modellregionen Rügen, Grafschaft Bentheim und Freising beispielhaft aufzeigen, dass trotz regionaler und lokaler Unterschiede die Weiterentwicklung des bundesweiten Biotopverbunds möglich ist. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. Dorfteiche als Biotopinseln für Amphibien Im Fokus des Teilprojekts „InselBiotope“ steht die Aufwertung von Kleingewässern als Trittsteine des Biotopverbunds auf der Insel Rügen, da sich der Zustand dieser Biotope in den letzten Jahren stark verschlechtert hat. Um vorab zu bewerten, wie es um den Zustand der Kleingewässer bestellt ist, wurde eine Kartierung der Amphibien durchgeführt. Hierbei wurden fünf Kleingewässer innerhalb oder am Rand der Ortschaften Jarkvitz, Klein Kubbelkow, Gingst, Trent und Schwarbe auf der Insel Rügen auf das Vorkommen von Amphibienarten untersucht. Von Ende März bis Ende Juni 2021 hat ein Spezialist die Teiche neunmal besucht. Insgesamt hat er sieben Amphibienarten gefunden, darunter den seltenen Springfrosch und den ebenfalls seltenen Kammmolch. Beide Arten sind streng geschützt und durch räumliche und genetische Isolation in ihrem Bestand gefährdet. Der Springfrosch war in geringen Dichten in drei verschiedenen Dorfteichen zu finden, der Kammmolch noch in allen fünf Gewässern. Als weitere Arten in den Dorfgewässern hat der Kartierer Teichmolch, Teichfrosch, Laubfrosch, Moorfrosch sowie Knoblauchkröte und Erdkröte nachgewiesen. Der grasgrüne Laubfrosch, der zur Balzzeit blau leuchtende Moorfrosch und die katzenäugige Knoblauchkröte sind nach der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt und in Deutschland teils gefährdet, teils sogar vom Aussterben bedroht. Die höchste Artenzahl mit sieben verschiedenen Amphibienarten wies der Pferdeteich in Schwarbe auf. Die geringste Zahl mit vier Arten hatte der Dorfteich Trent. Dorfteich in Trent, Rügen. Foto: Landespflegeverband Rügen e.V. Verschlammung und Verlandung Die Gewässer [...]

Von |2023-01-13T08:58:54+01:009. Dezember 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Pressemitteilung: Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ für mehr Amphibien in Dorfteichen auf Rügen

Pflanzaktion an der Vechte in Quendorf

Pflanzaktion an der Vechte in Quendorf 30. November 2021 Dem ungemütlichen Novemberwetter trotzten die Teilnehmer:innen der Pflanzaktion am 25.11.2021 am kürzlich renaturierten Vechteabschnitt in Quendorf (Landkreis Grafschaft Bentheim). Gebündelte Kräfte Im Rahmen des Teilrojektes „BioGraf - Biotopverbund im Grafschafter Vechte- und Dinkeltal“ fand auf Flächen der Naturschutzstiftung eine Pflanzaktion unter Teilnahme von Mitgliedern des BUND, des Sportfischervereins Schüttorf (SFV), der Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim und der Naturschutzstiftung statt. Zu Beginn der Aktion machte der Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, Hartmut Schrap, nochmals die Bedeutung solcher praktischer Naturschutzeinsätze vor allem auch für die jugendlichen Naturschützer deutlich. Walter Oppel, Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND, bestätigte die Bedeutung derartiger Aktionen und sagte gerne seine weitere Unterstützung zu. Erlen für mehr Vielfalt Insgesamt 150 Schwarzerlen (Alnus glutinosa) wurden von den ca. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern punktuell auf einer Länge von ca. 800 m im Böschungsbereich des renaturierten Areals entlang der Vechte gepflanzt. Die Pflanzen sollen dazu dienen, die Böschung auf natürliche Weise zu befestigen. Gleichzeitig tragen sie auch zur ökologischen Aufwertung des Fließgewässers bei. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Betriebsstelle Meppen (NLWKN) unterstützt als Unterhaltungspflichtiger der Vechte (Gewässer II. Ordnung) die Maßnahme. Zahlen, Daten, Fakten: Der Maßnahmen-Steckbrief Maßnahmetyp: Pflanzaktion Ziel: Strukturanreicherung des Vechte-Ufers zur Förderung der Biodiversität Umsetzung: November 2021 Kooperationspartner: BUND Kreisgruppe Grafschaft Bentheim, Sportfischerverein Schüttorf, Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim Kosten: ca. 300 € für Pflanzmaterial, ca. 60 € für Verpflegung der Teilnehmer:innen Sie haben Fragen zur Organisation einer Pflanzaktion? Dann melden Sie sich bei der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim! Ihr Kontakt zum Teilprojekt BioGraf Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim Christian Kerperin (Dipl. Ing.) Telefon: 05921 96-1622 E-Mail: christian.kerperin@grafschaft.de Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim Cornelia Riechert Telefon: 05921-961620 E-Mail: cornelia.riechert@grafschaft.de

Von |2023-02-14T08:54:26+01:0030. November 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Pflanzaktion an der Vechte in Quendorf

Revitalisierung einer Quelle in Zilchenricht/Schwarzenfeld

Revitalisierung einer Quelle in Zilchenricht/Schwarzenfeld; Bayern Quelle in Zilchenricht vor (links) und nach (rechts) der Revitalisierung. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung. Historie Es handelt sich hierbei um eine Austrittsquelle, die auf einer ca. Fläche von 50m² temporär zur Vernässung des Waldgebietes führt. Durch die geologische Formation als schmales Kerbtal entstand dadurch ein Lauf von ehemals ca. 800m Länge mit Mündung in die Schwarzach. Wegen waldbaulichen Maßnahmen wie Verrohrung und Verschüttung ist nur noch der Austrittsbereich und Lauffragmente vorhanden. Durch die Zerschneidung des Laufes aufgrund Infrastruktur (Landstrasse) ist ein durchgängiger Ablauf in die Schwarzach nicht mehr möglich. Problemdarstellung Durch die waldbauliche Nutzung (Wegebau) ist die Quelle in großen Teilen nicht mehr ersichtlich. Lediglich in Teilbereichen können sich Mulden mit Wasser füllen, der Lauf ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Die Waldbauliche Ausrichtung mit überwiegend Fichten in Monokultur führt zu einer Versauerung des Areals. Die Mulmschicht aus Nadeln und die Beschattung durch jungen Fichtenaufwuchs lassen wenig der natürlichen Vegetation zu und entziehen oberflächlich bereits den Großteil des Wassers. In Teilbereichen ist an Erlen mit entsprechendem Alter der natürliche Gewässerbegleitende Bewuchs noch erkennbar. Die gesamte Fläche ist stark von Springkrautaufwuchs beeinträchtigt. Beschreibung der Maßnahme Entfernung: (1) des Neophyten Springkraut in mehrfachen Intervallen bis dauerhaft in einem Pflegekonzept; (2) des Fichtenaufwuchses in einem Korridor von ca. 8 m um den Quelllauf; (3) großer Fichten zur Förderung des Lichthaushaltes; (4) der Mulmschicht in noch vorhandenen Lauffragmenten; (5) der Verrohrungen und Schüttungen. Modellieren des ehemaligen Quelllaufes unter Einbindung der Fragmente auf ca. 100 m Gesamtlänge Schaffung von Mulden und Seigen zur Gewährleistung einer ganzjährigen Wasserführung als Grundlage für relevante Amphibien und Reptilien. Ergänzung/Schutz des Quellgebietes durch Schaffung eines Waldsaumes auf ca. 20 m Länge. Ergänzung des Lebensraumes durch Schaffung einer Streuobstwiese. Entwicklung der Wiese (ehemals Acker) zu artenreicher Blühwiese auf einem feucht – nassen Standort. Ergänzung der Wiese durch Schaffung von Mulden und Seigen zu temporär wasserführenden Tümpeln (gespeist durch den hier bereits unterirdischen Quellverlauf). Ergänzung der Anlage mit Aufenthalts - und Betätigungsmöglichkeiten im Sinne der Umweltbildung. Erweiterung der Anlage durch Biotopelemente wie Lesesteinhaufen, Totholz, etc. im Zuge erfolgter und künftiger Umweltbildungsmaßnahmen. Quelllauf vor (links), während (mitte) und nach (rechts) der Maßnahme. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung. Zahlen, Daten, Fakten Maßnahmentyp: Gewässerrenaturierung Ziellebensraum: Gewässer, Feuchtgebiet, Wald Größe des Biotops: gesamt ca. 0,5 ha Umsetzungszeitpunkt: 2021 Kooperationspartner: Privatpersonen Kosten: ca. 15000 Euro Ort:  92521 Rahmenbedingungen Die Maßnahmen wurden in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Eigentümern und dem angrenzenden Landwirt (welcher die Flächen betreut) umgesetzt. Es wurden bereits in der Umsetzung Kinder und Jugendliche integriert, wie bspw. die Kindergruppe des Landesbund für Vogelschutz. In diesem Zuge wurde: (1) Springkraut entfernt; (2) der Waldsaum und die Streuobstwiese gepflanzt und (3) ein Reptilienquartier errichtet Weitere Biotopmaßnahmen im Rahmen der Quell-Revitalisierung. Links: Springkraut-Entfernung durch den engagierten Naturschutznachwuchs. Mitte: Pflanzaktion am Waldsaum nahe der Quelle. Rechts: Bau des Reptilienquartiers. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung. Kontakt Sielmanns Biotopverbund Nordost-Bayern [...]

Von |2023-01-18T12:48:38+01:0029. November 2021|Steckbrief|Kommentare deaktiviert für Revitalisierung einer Quelle in Zilchenricht/Schwarzenfeld

Thonstetten: Grabenabflachung als Biotopverbundmaßnahme

Thonstetten: Grabenabflachung als Biotopverbundmaßnahme 03. November 2021 Im intensiv genutztem Grünland können abgeflachte Gräben einen Beitrag leisten vielfältigere Lebensräume zu schaffen und somit den Biotopverbund zu stärken.   Die Voraussetzungen Einzigartig im Wiesenbrütergebiet Thonstetten ist das noch sehr gut erhaltene Graben- und Altwassersystem. Die Gräben wurden bisher nicht eingetieft und führen noch hochanstehendes Wasser. Dies sind optimale Vorrausetzungen um die Gräben zu optimieren. Graben bei Thonstetten vor der Maßnahme. Foto: Landschaftspflegeverband Freising e.V.   Das Ziel Durch maschinelles Abflachen der bestehenden Gräben sollen naturnahe Gräben entstehen. Diese sollen dann zusammen mit der angrenzenden Landnutzung neue Lebensraumstrukturen bilden, welche künftig folgende Funktionen erfüllen sollen: Ständiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere (z.B. Bachmuschel) und Wuchsort wertvoller Pflanzengesellschaften (z.B. Röhrichte und blütenreiche Hochstaudenfluren) Brut-, Nist- und Laichplatz (Vögel, Libellen, Amphibien, Fische) Winterquartier (z.B. für Amphibien, Insekten) Nahrungsangebot (z.B. für Vögel, Amphibien, Insekten) Versteckmöglichkeiten (z.B. für Insekten, Vögel, Säuger) Zustand der Gräben in Thonstetten vor (links) während (mitte) und nach (rechts) einer Grabenabflachung. Fotos: Landschaftspflegeverband e.V.   Die Herangehensweise Nachdem auf Anfrage der Zugriff auf landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht gewährt wurde konnte die Stadt Moosburg von dem Projekt überzeugt werden. Sie sagte zu ihre bestehenden Ausgleichsflächen mit Hilfe der Grabenabflachung aufwerten lassen zu wollen. Hierzu wurde ein Konzept erarbeitet und am Landratsamt Freising, Abteilung Abgrabungsrecht, eingereicht. Konkrete Maßnahme und Folgepflege Die Erdarbeiten wurden von einem Landwirt innerhalb von drei Tagen umgesetzt. Die Ansaat wird im Frühjahr erfolgen. Perspektivisch wurde die Abflachung extra so angelegt, dass ein Landwirt die Fläche ohne Probleme mähen kann. Dies ist auch nötig um den Nutzen der Abflachung zu erhalten. Landwirt bei den Erdarbeiten. Foto: Landschaftspflegeverband e.V. Zahlen, Daten, Fakten: Der Maßnahmen-Steckbrief Maßnahme Grabenabflachung auf ca. 200 m Ort Wiesenbrütergebiet Thonstetten Genehmigungen Abgrabungsrecht Ausführende Ortsansässiger Landwirt Sie interessieren sich für die Aufwertung von Feuchtwiesen? Dann melden Sie sich bei dem Landschaftspflegeverband Freising e.V.! Weitere Informationen zum Biotopverbund MehrWERT: Landschaftspflegeverband Freising e.V. David Eschler Telefon: 08161 600-439 E-Mail: david.eschler@kreis-fs.de

Von |2023-01-16T13:48:34+01:003. November 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Thonstetten: Grabenabflachung als Biotopverbundmaßnahme

Dorfteich Trent: Wie die Luft zum Atmen…

Dorfteich Trent: Wie die Luft zum Atmen... 20. Oktober 2021 ... so benötigt auch ein Gewässer Sauerstoff, um seinen natürlichen Kreislauf in Gang zu halten. Er wird gebraucht, um anfallendes organisches Material wie etwa Laub und absterbendes Schilf abzubauen und zugleich das Überleben von Pflanzen und Tieren unter Wasser zu sichern. Zehrt der Abbau des organischen Materials den Sauerstoff vollständig auf, kippt das Gewässer und es wird unbewohnbar. Genau dieses Schicksal drohte dem Dorfteich in Trent.   Schlammiges Sediment (links) und anaerobe Purpurbakterien (rechts) im Dorfteich Trent, Rügen. Fotos: Herr Dr. Sandrock, Bioplan GmbH. Die Rettung des Dorfteiches Trent Um ein Kippen des Gewässers zu verhindern und zugleich die bis zu einem Meter mächtige Schicht aus Faulschlamm am Grund des Teiches abzubauen, wurde ein Pilotprojekt im Rahmen des Projektes InselBiotope gestartet: die Belüftung des Dorfteiches in Trent mit dem DRAUSY-System. Das patentierte Schlauchsystem wurde am 18.08.2021 im Dorfteich verlegt und soll diesen ein ganzes Jahr lang mit Sauerstoff versorgen. Dazu läuft ein Kompressor, der im alten Trafohäuschen untergebracht wurde, rund um die Uhr. Kompressor und Druckluftbehälter des DRAUSY-Systems im alten Trafohäuschen (links) und Systemschlauch bestehend aus einem ummantelten Stahlseil und einem speziell geformten PU-Schlauch mit Nanotechnologie (rechts). Das Druckluftsystem und der Systemschlauch, mit seinen mikrofeinen Löchern, erzeugen besonders feinperlige Luftblasen zur Sauerstoffanreicherung – den sogenannten „Champagnereffekt“. Fotos vom 18.08.2021, Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Biologische Entschlammung als schonende Alternative Bei der Belüftung des Gewässergrundes handelt es sich um eine besonders schonende Methode zur Entschlammung von Gewässern. Üblicherweise wird der Schlamm per Bagger herausgeholt, was jedoch auch einen großen Eingriff in das Gewässer und den Lebensraum der vorkommenden Tiere und Pflanzen bedeutet. Zwar benötigen biologische Methoden einen erheblich längeren Zeitraum, um ihre Wirkung zu entfalten, dafür ist der Eingriff so gering wie möglich und im Idealfall auch wesentlich nachhaltiger. Einbringung des Systemschlauchs in den Dorfteich Trent, Rügen. Gemeindemitarbeiter während der Einbringung (links) und nach Beendigung der Arbeiten (rechts). Fotos: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Vom Pilotprojekt zur Lösung für die InselBiotope Nach einem Jahr Laufzeit wird die Schlammschicht am Grund des Trenter Dorfteiches erneut untersucht. Sollten sich die Schlammschicht erheblich reduziert und die Wasserqualität sichtlich verbessert haben, zählt das Pilotprojekt als erfolgreich. Dann soll das derzeit nur gemietete System durch den LPV Rügen e.V. erworben und an weiteren Kleingewässern auf der Insel eingesetzt werden. Je nach Größe der zu behandelnden Gewässer muss dann ggf. mehr Systemschlauch erworben werden, was aber dennoch weitaus kostengünstiger als das konventionelle Ausbaggern von Gewässern wäre. Bei einem Erfolg des Pilotprojektes eröffnen sich der Region somit völlig neue Möglichkeiten zur dringend gebotenen Rettung der hiesigen Kleingewässer. Zahlen, Daten, Fakten: Der Maßnahmen-Steckbrief Maßnahmetyp Sanierung eines Kleingewässers Ziellebensraum Naturnahes Kleingewässer Größe Wasserfläche: ca. 584 m² Umsetzung Start am 18.08.2021, Laufzeit 12 Monate Kooperationspartner Gemeinde Trent Kosten 1-jährige Miete DRAUSY-System inkl. Transport: 8.984,50 € brutto zzgl. Kosten Baustrom ca. 900 € (Anschluss und Abschläge) [...]

Von |2024-11-18T11:49:52+01:0020. Oktober 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Dorfteich Trent: Wie die Luft zum Atmen…

Gemeinsam für den Biotopverbund – Online-Auftaktveranstaltung zum BiotopVerbund-Projekt

Online-Auftaktveranstaltung informiert Fachleute und Interessierte über das BiotopVerbund-Projekt 14. Oktober 2021 Heute fand die Online-Auftaktveranstaltung des Verbundprojekts „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ statt, welches im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Bei dieser Veranstaltung konnten sich Interessierte über das Projekt, sowie fachliche Hintergründe und aktuelle Beispiele informieren und sich anschließend mit den Fachleuten austauschen. Die Aufzeichnung der Online-Auftaktveranstaltung finden Sie hier. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise: Die Aufzeichnung wurde im Rahmen unserer Veranstaltung „Landschaft + Menschen verbinden - Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ erstellt. Ein Download der Datei ist nicht möglich. Bitte versuchen Sie nicht, die Datei herunterzuladen und lokal bei Ihnen zu speichern. Alle Urheberrechte liegen bei der Heinz Sielmann Stiftung. Die Verbreitung, Veränderung oder Entnahme von einzelnen Sequenzen sind verboten. Sollte uns bekannt werden, dass Aufnahmen verbreitet oder Teile davon ohne unsere Zustimmung verwendet wurden sind, behalten wir uns vor, rechtliche Schritte einzuleiten.

Von |2023-01-13T08:51:28+01:0014. Oktober 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Gemeinsam für den Biotopverbund – Online-Auftaktveranstaltung zum BiotopVerbund-Projekt

2. Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe

2. Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe 14. Oktober 2021 Am 05.10.2021 fand in Bergen auf Rügen das 2. Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) für das Verbundprojekt „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ statt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Bei diesem Treffen tauschten sich Vertreter:innen des Programmbüros des Bundesamts für Naturschutz (DLR-PT), der Heinz Sielmann Stiftung, der Landschaftspflegeverbände Rügen und Freising, der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim sowie der Ostseestiftung und Partner:innen für die ökologische- und sozio-ökonomische Evaluation über den aktuellen Stand des Verbundprojektes aus. Hierzu fand am Vormittag eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen der Projektbeteiligten statt, in denen sie über bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen in den Modellregionen berichteten sowie über erreichte Ziele und bisherige Ergebnisse informierten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen begaben sich die Teilnehmer:innen des 2. PAG Treffens nachmittags auf eine Exkursion zu den Projektgewässern auf Rügen, um sich vor Ort über den konkreten Zustand und die geplanten Maßnahmen zur Stärkung des Biotopverbundes zu informieren und diskutieren. Zustand der Kleingewässer und Maßnahmen Bei der Exkursion wurde beispielhaft an ausgewählten Kleingewässern in Gingst, Trent und Jarkvitz über den aktuellen Zustand sowie durchgeführte und geplante Maßnahmen informiert. Effektive Mikroorganismen gegen Verschlammung Dorfteich in Gingst, in dem effektive Mikroorganismen zum Abbau der Schlammschicht eingesetzt werden sollen. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Der Dorfteich Gingst war früher ein wichtiger Treffpunkt für die Bewohner:innen der Gemeinde. Mit der zwischenzeitlichen Nutzung als Feuerlöschteich wurde er jedoch eingezäunt und ist es seither auch geblieben. Ökologisch betrachtet ist der Zustand sehr schlecht: die umgebenden Grünflächen werden intensiv gepflegt und das Gewässer verschlammt zunehmend. Derzeit wird das Gewässer regelmäßig untersucht – eine Vorbereitung auf ein Pilotprojekt, welches im Frühjahr 2022 starten soll. Geplant ist der Einsatz von effektiven Mikroorganismen, welche die wachsende Schlammschicht am Gewässergrund abbauen sollen. Nach einem Jahr sollten sichtbare Ergebnisse vorliegen, was mit umfangreichen Beprobungen untersucht wird. Die umgebenden Grünflächen werden durch naturnahe Pflanzungen und extensive Pflege aufgewertet und wieder für Anwohner:innen und Besucher:innen zugänglich gemacht. Mit Druck(luft) die Wasserqualität verbessern Dorfteich in Trent, bei dem seit August 2021 das DRAUSY-System zur Steigerung der Wasserqualität zum Einsatz kommt und dessen Umfeld in 2022 umgestaltet werden soll. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Der Dorfteich Trent verzeichnete in den letzten Jahren eine starke Verschlechterung der Wasserqualität. Am Grund befindet sich eine bis zu einem Meter dicke Schicht aus Faulschlamm und die Wasserfläche ist vollständig von Wasserlinsen bedeckt. Um das Gewässer zu retten, wurde am 18.08.2021 das DRAUSY-System aufgebaut, welches mittels Kompressor und patentiertem Schlauchsystem den Gewässerboden belüftet. Als Pilotprojekt soll diese Maßnahme den Abbau der Schlammschicht und eine signifikante Verbesserung der Wasserqualität bewirken. Im Juli 2022 wird eine erneute Untersuchung des Schlammes die Wirksamkeit überprüfen. Bis dahin soll auch eine naturnahe Umgestaltung des Umfeldes stattfinden, welche die Ortsmitte ökologisch und auch ästhetisch aufwertet. Baggern gegen die Verlandung Kleingewässer in Jarkvitz. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Das Kleingewässer in [...]

Von |2023-01-13T08:49:28+01:0014. Oktober 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für 2. Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe

Ein Zuhause für die Sommerboten

Ein Zuhause für Sommerboten 17. September 2021 Innerhalb einer kleinen Maßnahme wurden Mehlschwalben-Nisthilfen an Brücken im Vechtetal aufgehängt. Eine Beobachtung aus dem letzten Sommer war ausschlaggebend für diese Maßnahme – am unteren Seitenteil einer neu errichteten Brücke über die Dinkel klebten die lehmigen Überreste eines Schwalbennestes. Das Nest selbst lag auf den Steinen darunter. Anscheinend haben die Jungvögel den Ausflug aus dem Nest geschafft, aber sicher weiß man es nicht. Jedenfalls war die Brücke anscheinend zu glatt, das Nest ist abgefallen. Glatte Brücken können Schwalben zum Verhängnis werden Die Dinkelbrücke in Lage. Foto: Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim. Eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Natur und Landschaft von Elle & Nagel (2020)* bestätigte, dass Flussbrücken geeignete Standorte für Brutkolonien der Mehlschwalbe sein können und dass künstliche Nisthilfen eine Alternative bei zu glatten Brücken darstellen. Die Auswahl geeigneter Brücken Hier hing das Schwalbennest unter der Brücke. Foto: Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim. Daher wurden in der Grafschaft Bentheim zunächst zwei Flussbrücken ausgewählt, die nun mit jeweils drei Doppelnisthilfen aus wetterbeständigem Holzbeton ausgestattet werden. Bei der Auswahl der Brücken wurde darauf geachtet, dass die Brücke die richtige Höhe hat, keine Leitungen unter der Brücke durchführen, die sich Nesträuber als Laufwege zu nutzen machen könnten und das die Umgebung naturnah ist, so dass die Schwalben auch genug Futter finden können. Außerdem wurde das Einvernehmen mit dem Brückeneigentümer hergestellt. Weitere Brücken sollen folgen, um so zum Biotopverbund für die Mehlschwalben im Vechte- und Dinkeltal beizutragen. Gefährdete Lehm-Künstler Mehlschwalben-Nisthilfe aus Holzbeton. Foto: Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim. Mehlschwalben sind echte Sommerboten: die 13 – 15 cm großen Vögel mit der markanten dunkelblau-weißen Zeichnung und dem gegabelten Schwanz überwintern in Afrika und kommen etwa im Mai zurück nach Europa. Sie sind eigentlich Felsbrüter und nutzen deshalb gern die Außenseiten von Gebäuden und ebene auch Brücken zum Brüten. Allerdings macht es die moderne Architektur den Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen. Ihr Nest bauen sie aus ca. 1,5 kg Lehm, der in einzelnen kleinen Klümpchen kunstvoll zusammengesetzt wird. Mehlschwalben ernähren sich von Fluginsekten wie Mücken und Fliegen. Zahlen, Daten, Fakten: Der Maßnahmen-Steckbrief Maßnahmetyp: Aufhängung von Nisthilfen als Artenschutzmaßnahme Zielart: Mehlschwalbe (Delichon urbicum) Umsetzung: Herbst/ Winter 2021 Kooperationspartner: Stadt Nordhorn, Gemeinde Ohne Kosten: 30 € pro Nisthilfe Einbau ca. 150 €/h für eine/n Facharbeiter/in mit Hubsteiger Sie interessieren sich für die Anbringung von Nistkästen? Dann melden Sie sich bei der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim! Ihr Kontakt zum Teilprojekt BioGraf Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim Christian Kerperin (Dipl. Ing.) Telefon: 05921 96-1622 E-Mail: christian.kerperin@grafschaft.de Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim Cornelia Riechert Telefon: 05921-961620 E-Mail: cornelia.riechert@grafschaft.de Quelle * Elle, O. & Nagel, V. (2020): Brücken als konfliktarme Standorte für kompensatorische Maßnahmen des Artenschutzes – dargestellt am beispiel der Mehlschwalbe (Delichon urbicum) im Moseltal. Natur und Landschaft, 95. jahrgang (2020), Heft 12, S. 532- 537. [...]

Von |2023-02-14T08:55:02+01:0023. September 2021|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Ein Zuhause für die Sommerboten
Nach oben