Dorfteich Gingst – ein Neuanfang für den ehemaligen Feuerlöschteich
Dorfteich Gingst – ein Neuanfang für den ehemaligen Feuerlöschteich 13. Juni 2021 Mit dem Projekt InselBiotope soll auch der Gingster Dorfteich wieder zu neuem Leben erwachen. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat der Landschaftspflegeverband Rügen e.V. einen Entwurf erstellt, wie das Gewässer und sein unmittelbares Umfeld bald aussehen sollen. Die Aufwertung am Dorfteich Gingst soll zeigen, dass sich Natur- und Artenschutz durchaus in den Lebensraum des Menschen integrieren lassen, auch wenn dies zum Teil eine Gratwanderung ist. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen aus, um die Natur in die Siedlungsgebiete zurück zu holen. Davon profitieren sowohl Mensch als auch Tier. Der Dorfteich Gingst im Laufe der Zeit Der Zaun trennt die intensiv gepflegte Rasenfläche vom Gehweg an der ruhigen Gemeindestraße. Dass das Tor zum früheren Dorftreffpunkt nicht mehr abgeschlossen ist, weiß kaum jemand. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Der Gingster Dorfteich hat eine bewegte Geschichte. Das natürliche Gewässer wurde im Laufe der Zeit zu einem Treffpunkt im Dorf, der zum Spazieren und Beobachten und im Winter auch zum Schlittschuhlaufen einlud. Als der Teich zum Feuerlöschteich umfunktioniert wurde, musste ein Großteil der Vegetation und der alten Bäume weichen und das Gewässer wurde umzäunt. Mittlerweile wird er als Löschteich nicht mehr benötigt, die Umzäunung ist jedoch geblieben und das Gelände wird intensiv gepflegt. (K)ein Paradies für Mensch und Tier? Die intensiv gepflegte Rasenfläche sieht zwar ordentlich aus, bietet aber weder für die Anwohner:innen und Besucher:innen noch für die vorkommenden Tierarten einen besonderen Anreiz zum Verweilen. Auch wenn die Natur sich mit Aufgabe der Löschnutzung schon stellenweise den Teich zurückerobert und ein Reiher regelmäßig zu Besuch kommt, findet sich hier dennoch viel ungenutztes Potenzial. Und auch ein bisher kaum bemerkbares Risiko. Die schleichende Bedrohung Der zunehmende Bewuchs lässt die offene Wasserfläche von Jahr zu Jahr kleiner werden. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V. Was man auf den ersten Blick nur erahnen kann, ist mit einer genaueren Untersuchung unter der Wasseroberfläche klar zu erkennen: der Teich wird wie viele seiner Art von Verschlammung und Verlandung bedroht. Durch unspezifische Nährstoffeinträge und anfallende Laubstreu hat sich am Grund des Gewässers eine knapp 80 cm starke Schlammschicht gebildet. Dabei hat der Teich an der tiefsten Stelle gerade einmal eine Gesamttiefe von rund 180 cm. Der zunehmende Rohrkolbenbewuchs verrät den voranschreitenden Prozess. Effektive Mikroorganismen als Pilotprojekt Um der wachsenden Schlammschicht Herr zu werden, soll der Teich als Pilotprojekt mit Effektiven Mikroorganismen beimpft werden, um auf biologische Weise zu entschlammen. Diese Mikroorganismen können auch unter den anaeroben Verhältnissen leben und die organischen Bestandteile in den Ablagerungen verstoffwechseln. Wenn sich nachweislich eine bessere Wasserqualität einstellt und der Schlamm abgebaut wird, kann die minimalinvasive Methode auch bei weiteren Gewässern verwendet werden, um diese – möglichst schonend für Tiere und Pflanzen – zu renaturieren. Damit wieder Leben einkehrt Vielleicht bald nicht mehr so allein - neben dem in der Gegend [...]



