Bundesweiter Biotopverbund

Wir erleben ein alarmierendes Artensterben. 59 Prozent der Arten und 70 Prozent der europäisch geschützten Lebensräume sind in einem unzureichenden oder schlechten Zustand. Die Insekten-Biomasse hat seit den 1990er Jahren in ausgewählten Schutzgebieten um 76 Prozent abgenommen, wie die sogenannte Krefelder Studie zeigt.

Selbst Kulturfolger wie Rebhuhn und Feldhase haben seit mehreren Jahrzehnten drastische Populationseinbrüche zu verzeichnen und nehmen einen traurigen Platz auf der Roten Liste ein. Zahlreiche wissenschaftliche Studien kommen stets auf den gleichen Schluss: Unsere biologische Vielfalt, auch Biodiversität genannt, ist akut bedroht –  und damit unser aller Lebensgrundlage.

Rebhuhn

Rebhuhn

Feldhase

Feldhase

Überleben häufig nur noch in Schutzgebieten möglich

Hauptursachen dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft und die Zerschneidung von Lebensräumen. Viele Tier- und Pflanzenarten können häufig nur noch in Schutzgebieten überleben. Diese Schutzgebiete erhalten aber lediglich 30 bis 40 Prozent der heimischen Populationen und bilden sogenannte Kernflächen1.

Die Möglichkeit der Wanderung und damit Ausbreitung von Arten ist essentiell für die biologische Vielfalt. Denn wenn Arten isoliert voneinander leben, führt dies zur Inzucht und genetischen Verarmung, was im schlimmsten Fall ein lokales Aussterben begünstigt.

„Nur wer die Natur kennt, wird sie schützen.“
Heinz Sielmann, Tierfilmer und Naturschützer

Verbindungen herstellen – Biotopverbünde schaffen

Eine Verbindung zwischen den Gebieten muss hergestellt werden, da konventionell genutzte Flächen häufig eine lebensfeindliche Umgebung für Arten darstellen. Tier- und Pflanzenarten stecken regelrecht fest.  Das Konzept zum länderübergreifenden Biotopverbund stellt einen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt dar. Über Verbindungselemente und Verbindungsflächen werden Kernflächen miteinander verbunden und bieten Tier- und Pflanzenarten entweder die Möglichkeit der Wanderung oder einen neuen Lebensraum.

Was auf regionaler Ebene bereits vielerorts erfolgreich praktiziert wird, soll sich nun bundesweit an vielen Stellen als Entwicklung etablieren. Die Gestaltung eines bundesweiten Biotopverbunds, das Etablieren einer grünen lebensfreundlichen Infrastruktur, ist eine Generationenaufgabe.

„Zieht euch warm an, es wird heiß!“
Sven Plöger, TV-Meteorologe

Biotopverbund als Klimaschützer

Der Biotopverbund ist ein wahrer Klimaschützer. Naturnähere Landschaften können Schutz vor Hochwasser und weiteren Naturerscheinungen bieten und führen zu einer höheren Belastbarkeit der Ökosysteme. Denn nur stabile Ökosysteme besitzen die Widerstandsfähigkeit, Störungen zu tolerieren. Zudem mindern sie den urbanen Wärmeinseleffekt – wie wir alle feststellen können, wenn wir an heißen Sommertagen einige Zeit im Wald verbringen. Denn dieser stellt uns seine natürliche Klimaanlage kostenlos zur Verfügung.

Schafgarbe

Schafgarbe

Sielmann Weiher Bonndorf

Sielmann Weiher Bonndorf

Biotopverbund verbessert Ökosystemleistungen

Ökosystemleistung ist ein Sammelbegriff, der für die vielfältigen Beiträge der Ökosysteme steht, die dem Menschen zum Wohlergehen verhelfen. Also beispielsweise die Bereitstellung von sauberem Wasser, die Aufnahme von Schadstoffen aus Luft und Wasser und eine verbesserte Bestäubung. Gesunde Böden werden vor Erosion geschützt, nehmen Regenwasser besser auf und haben dadurch eine höhere Qualität. Widerstandsfähige Ökosysteme haben eher selten ein Schädlingsproblem. Beispielsweise ist ein hoher Befall von Borkenkäfern in Fichtenforsten ein Indikator dafür, dass ein starkes Ungleichgewicht vorliegt.

Biotopverbund fördert Erholung

Genauso wie eine Wohnung muss auch unser Kopf regelmäßig durchgelüftet werden. Wo ginge dies besser als draußen in der Natur? Einfach mal rausgehen und die Augen vom Smartphone abwenden oder es am besten direkt zu Hause lassen. Es lohnt sich, denn Natur bringt uns Gesundheit und Wohlbefinden. Sie entspannt, entschleunigt und erdet uns.

Schmetterling

Schmetterling

Laubfrosch

Laubfrosch

Gewässer Freising

Gewässer Freising

Honigbiene auf Spiersträuchern

Honigbiene auf Spiersträuchern

Ein Projekt von

Heinz Sielmann Stiftung
Landschaftspflegeverband Rügen e.V.
Landschaftspflegeverband Freising e.V.

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

leben.natur.vielfalt
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Bundesamt für Naturschutz

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