2. Treffen der Projektbezogenen Arbeitsgruppe

14. Oktober 2021

Am 05.10.2021 fand in Bergen auf Rügen das 2. Treffen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) für das Verbundprojekt „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ statt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Bei diesem Treffen tauschten sich Vertreter:innen des Programmbüros des Bundesamts für Naturschutz (DLR-PT), der Heinz Sielmann Stiftung, der Landschaftspflegeverbände Rügen und Freising, der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim sowie der Ostseestiftung und Partner:innen für die ökologische- und sozio-ökonomische Evaluation über den aktuellen Stand des Verbundprojektes aus.

Hierzu fand am Vormittag eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen der Projektbeteiligten statt, in denen sie über bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen in den Modellregionen berichteten sowie über erreichte Ziele und bisherige Ergebnisse informierten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen begaben sich die Teilnehmer:innen des 2. PAG Treffens nachmittags auf eine Exkursion zu den Projektgewässern auf Rügen, um sich vor Ort über den konkreten Zustand und die geplanten Maßnahmen zur Stärkung des Biotopverbundes zu informieren und diskutieren.

 

Zustand der Kleingewässer und Maßnahmen

Bei der Exkursion wurde beispielhaft an ausgewählten Kleingewässern in Gingst, Trent und Jarkvitz über den aktuellen Zustand sowie durchgeführte und geplante Maßnahmen informiert.

Effektive Mikroorganismen gegen Verschlammung

Dorfteich in Gingst, in dem effektive Mikroorganismen zum Abbau der Schlammschicht eingesetzt werden sollen. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V.

 

Der Dorfteich Gingst war früher ein wichtiger Treffpunkt für die Bewohner:innen der Gemeinde. Mit der zwischenzeitlichen Nutzung als Feuerlöschteich wurde er jedoch eingezäunt und ist es seither auch geblieben. Ökologisch betrachtet ist der Zustand sehr schlecht: die umgebenden Grünflächen werden intensiv gepflegt und das Gewässer verschlammt zunehmend.

Derzeit wird das Gewässer regelmäßig untersucht – eine Vorbereitung auf ein Pilotprojekt, welches im Frühjahr 2022 starten soll. Geplant ist der Einsatz von effektiven Mikroorganismen, welche die wachsende Schlammschicht am Gewässergrund abbauen sollen. Nach einem Jahr sollten sichtbare Ergebnisse vorliegen, was mit umfangreichen Beprobungen untersucht wird. Die umgebenden Grünflächen werden durch naturnahe Pflanzungen und extensive Pflege aufgewertet und wieder für Anwohner:innen und Besucher:innen zugänglich gemacht.

Mit Druck(luft) die Wasserqualität verbessern

Dorfteich in Trent, bei dem seit August 2021 das DRAUSY-System zur Steigerung der Wasserqualität zum Einsatz kommt und dessen Umfeld in 2022 umgestaltet werden soll. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V.

 

Der Dorfteich Trent verzeichnete in den letzten Jahren eine starke Verschlechterung der Wasserqualität. Am Grund befindet sich eine bis zu einem Meter dicke Schicht aus Faulschlamm und die Wasserfläche ist vollständig von Wasserlinsen bedeckt. Um das Gewässer zu retten, wurde am 18.08.2021 das DRAUSY-System aufgebaut, welches mittels Kompressor und patentiertem Schlauchsystem den Gewässerboden belüftet.

Als Pilotprojekt soll diese Maßnahme den Abbau der Schlammschicht und eine signifikante Verbesserung der Wasserqualität bewirken. Im Juli 2022 wird eine erneute Untersuchung des Schlammes die Wirksamkeit überprüfen. Bis dahin soll auch eine naturnahe Umgestaltung des Umfeldes stattfinden, welche die Ortsmitte ökologisch und auch ästhetisch aufwertet.

Baggern gegen die Verlandung

Kleingewässer in Jarkvitz. Foto: Landschaftspflegeverband Rügen e.V.

 

Das Kleingewässer in Jarkvitz ist derzeit kaum noch als Gewässer wahrnehmbar. Der Wasserspiegel versteckt sich die meiste Zeit des Jahres unter einer bis zu 2,5 m hohen Schicht aus Schlamm und darauf wachsendem Röhricht. Lediglich der am nördlichen Rand verlaufende Graben wird vom Wasser- und Bodenverband Rügen noch instandgehalten. Wie viele der Kleingewässer auf Rügen ist das Gewässer von vollständiger Verlandung bedroht, was den Verlust eines wertvollen Lebensraumes für viele Pflanzen- und Tierarten bedeuten würde.

Um das zu verhindern, wird das Kleingewässer im Herbst 2021 ausgebaggert. Röhricht und Schlamm werden in einem Bereich nahe des Landweges vollständig bis zur natürlichen Gewässersohle entfernt und somit eine offene Wasserfläche wiederhergestellt. 2022 soll dann auch eine Umgestaltung des Gewässerumfeldes erfolgen.