Revitalisierung einer Quelle in Zilchenricht/Schwarzenfeld; Bayern

Quelle in Zilchenricht vor (links) und nach (rechts) der Revitalisierung. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung.

Historie

Es handelt sich hierbei um eine Austrittsquelle, die auf einer ca. Fläche von 50m² temporär zur Vernässung des Waldgebietes führt. Durch die geologische Formation als schmales Kerbtal entstand dadurch ein Lauf von ehemals ca. 800m Länge mit Mündung in die Schwarzach.

Wegen waldbaulichen Maßnahmen wie Verrohrung und Verschüttung ist nur noch der Austrittsbereich und Lauffragmente vorhanden. Durch die Zerschneidung des Laufes aufgrund Infrastruktur (Landstrasse) ist ein durchgängiger Ablauf in die Schwarzach nicht mehr möglich.

Problemdarstellung

Durch die waldbauliche Nutzung (Wegebau) ist die Quelle in großen Teilen nicht mehr ersichtlich. Lediglich in Teilbereichen können sich Mulden mit Wasser füllen, der Lauf ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Die Waldbauliche Ausrichtung mit überwiegend Fichten in Monokultur führt zu einer Versauerung des Areals.

Die Mulmschicht aus Nadeln und die Beschattung durch jungen Fichtenaufwuchs lassen wenig der natürlichen Vegetation zu und entziehen oberflächlich bereits den Großteil des Wassers. In Teilbereichen ist an Erlen mit entsprechendem Alter der natürliche Gewässerbegleitende Bewuchs noch erkennbar. Die gesamte Fläche ist stark von Springkrautaufwuchs beeinträchtigt.

Beschreibung der Maßnahme

Entfernung: (1) des Neophyten Springkraut in mehrfachen Intervallen bis dauerhaft in einem Pflegekonzept; (2) des Fichtenaufwuchses in einem Korridor von ca. 8 m um den Quelllauf; (3) großer Fichten zur Förderung des Lichthaushaltes; (4) der Mulmschicht in noch vorhandenen Lauffragmenten; (5) der Verrohrungen und Schüttungen. Modellieren des ehemaligen Quelllaufes unter Einbindung der Fragmente auf ca. 100 m Gesamtlänge Schaffung von Mulden und Seigen zur Gewährleistung einer ganzjährigen Wasserführung als Grundlage für relevante Amphibien und Reptilien. Ergänzung/Schutz des Quellgebietes durch Schaffung eines Waldsaumes auf ca. 20 m Länge.

Ergänzung des Lebensraumes durch Schaffung einer Streuobstwiese. Entwicklung der Wiese (ehemals Acker) zu artenreicher Blühwiese auf einem feucht – nassen Standort. Ergänzung der Wiese durch Schaffung von Mulden und Seigen zu temporär wasserführenden Tümpeln (gespeist durch den hier bereits unterirdischen Quellverlauf). Ergänzung der Anlage mit Aufenthalts – und Betätigungsmöglichkeiten im Sinne der Umweltbildung. Erweiterung der Anlage durch Biotopelemente wie Lesesteinhaufen, Totholz, etc. im Zuge erfolgter und künftiger Umweltbildungsmaßnahmen.

Quelllauf vor (links), während (mitte) und nach (rechts) der Maßnahme. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung.

Zahlen, Daten, Fakten

Maßnahmentyp: Gewässerrenaturierung
Ziellebensraum: Gewässer, Feuchtgebiet, Wald
Größe des Biotops: gesamt ca. 0,5 ha
Umsetzungszeitpunkt: 2021
Kooperationspartner: Privatpersonen
Kosten: ca. 15000 Euro
Ort:  92521

Rahmenbedingungen

Die Maßnahmen wurden in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Eigentümern und dem angrenzenden Landwirt (welcher die Flächen betreut) umgesetzt. Es wurden bereits in der Umsetzung Kinder und Jugendliche integriert, wie bspw. die Kindergruppe des Landesbund für Vogelschutz. In diesem Zuge wurde: (1) Springkraut entfernt; (2) der Waldsaum und die Streuobstwiese gepflanzt und (3) ein Reptilienquartier errichtet

Weitere Biotopmaßnahmen im Rahmen der Quell-Revitalisierung. Links: Springkraut-Entfernung durch den engagierten Naturschutznachwuchs. Mitte: Pflanzaktion am Waldsaum nahe der Quelle. Rechts: Bau des Reptilienquartiers. Fotos: Bernhard Gohlke, Heinz Sielmann Stiftung.

Kontakt

Sielmanns Biotopverbund Nordost-Bayern
Bernhard Gohlke
Tel.: +49 9431 990664
E-Mail.: bernhard.gohlke@sielmann-stiftung.de

Heinz Sielmann Stiftung