Pressemitteilung: Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ für mehr Amphibien in Dorfteichen auf Rügen
Pressemitteilung: Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ für mehr Amphibien in Dorfteichen auf Rügen 08. Dezember 2021 Die Pressemitteilung informiert über die Ergebnisse der Amphibienkartierung in Dorfteichen auf Rügen. Duderstadt/Elstal, 8. Dezember 2021 – Im Bundesprogramm-Projekt „BiotopVerbund“ werden in drei Regionen modellhaft praktische Biotopmaßnahmen umgesetzt und Kommunen in weiteren Regionen zur Umsetzung von Biotopverbünden animiert. Erste Ergebnisse eines Teilprojektes des von der Heinz Sielmann Stiftung koordinierten BiotopVerbundProjektes zeigen, dass von fünf untersuchten Dorfteichen auf der Insel Rügen die meisten eine relativ geringe Anzahl an Amphibienarten aufweisen. Durch Verschlammung und Verlandung der Teiche droht der Verlust dieses Lebensraums. Das ist das Fazit des ersten Kartierungsberichts des Büros für Freiraumplanung Czyppull, den die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rügen e.V. 2021 für die Region in Auftrag gegeben hatte. „InselBiotope – Kleingewässer als Trittsteine für den Biotopverbund auf der Insel Rügen“ ist ein Teilprojekt des BiotopVerbund-Projektes „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Ziel des Projektes ist es, Kommunen im gesamten Bundesgebiet, aber auch Privatpersonen und Organisationen für die Idee des Biotopverbundes zu begeistern und bei der Umsetzung zu unterstützen. Hierzu hat die Heinz Sielmann Stiftung zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Rügen e.V., der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim und dem Landschaftspflegeverband Freising e.V. das BiotopVerbund-Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen die Projektpartner:innen innerhalb der Modellregionen Rügen, Grafschaft Bentheim und Freising beispielhaft aufzeigen, dass trotz regionaler und lokaler Unterschiede die Weiterentwicklung des bundesweiten Biotopverbunds möglich ist. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. Dorfteiche als Biotopinseln für Amphibien Im Fokus des Teilprojekts „InselBiotope“ steht die Aufwertung von Kleingewässern als Trittsteine des Biotopverbunds auf der Insel Rügen, da sich der Zustand dieser Biotope in den letzten Jahren stark verschlechtert hat. Um vorab zu bewerten, wie es um den Zustand der Kleingewässer bestellt ist, wurde eine Kartierung der Amphibien durchgeführt. Hierbei wurden fünf Kleingewässer innerhalb oder am Rand der Ortschaften Jarkvitz, Klein Kubbelkow, Gingst, Trent und Schwarbe auf der Insel Rügen auf das Vorkommen von Amphibienarten untersucht. Von Ende März bis Ende Juni 2021 hat ein Spezialist die Teiche neunmal besucht. Insgesamt hat er sieben Amphibienarten gefunden, darunter den seltenen Springfrosch und den ebenfalls seltenen Kammmolch. Beide Arten sind streng geschützt und durch räumliche und genetische Isolation in ihrem Bestand gefährdet. Der Springfrosch war in geringen Dichten in drei verschiedenen Dorfteichen zu finden, der Kammmolch noch in allen fünf Gewässern. Als weitere Arten in den Dorfgewässern hat der Kartierer Teichmolch, Teichfrosch, Laubfrosch, Moorfrosch sowie Knoblauchkröte und Erdkröte nachgewiesen. Der grasgrüne Laubfrosch, der zur Balzzeit blau leuchtende Moorfrosch und die katzenäugige Knoblauchkröte sind nach der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt und in Deutschland teils gefährdet, teils sogar vom Aussterben bedroht. Die höchste Artenzahl mit sieben verschiedenen Amphibienarten wies der Pferdeteich in Schwarbe auf. Die geringste Zahl mit vier Arten hatte der Dorfteich Trent. Dorfteich in Trent, Rügen. Foto: Landespflegeverband Rügen e.V. Verschlammung und Verlandung Die Gewässer [...]











