27. September 2022

Im Rahmen des Teilprojektes MehrWert hat der Landschaftspflegeverband Freising e.V., in Zusammenarbeit mit interessierten Landwirt:innen, die ihre Flächen zur Verfügung gestellt haben, am 02.09.22 im Wiesenbrütergebiet Thonstetten, die ersten zwei Senken angelegt. Mit diesen Maßnahmen helfen alle beteiligten Akteur:innen das Feuchtgrünland im Projektgebiet für Wiesenbrüter und viele weitere Tier- und Pflanzenarten aufzuwerten.

Die neu angelegten Senken liegen zentral im Wiesenbrütergebiet Thonstetten, wo sie jetzt im bislang landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Gebiet neue Lebens- und Nahrungshabitate für viele Tier- und Pflanzenarten schaffen. Die Senken haben jeweils eine Größe von 480m² und 600m² und wurden mit Hilfe von Baggern bis zu 30 cm tief ausgehoben.

Abb. 1 Lage der Senken (rot umrandet) im Wiesenbrütergebiet Thonstetten. Quelle: Landschaftspflegeverband Freising e.V.

Um das Feuchtgrünland im Wiesenbrütergebiet weiterhin naturschutzfachlich aufzuwerten erfolgte nach dem Ausbaggern bzw. Abtragen des Oberbodens eine Ansaat mit einer artenreichen Regio-Saatgutmischung. Die Senken wurden insgesamt so angelegt, dass sie weiterhin von den Landwirt:innen bewirtschaftet werden können – und diese dadurch keinen nennenswerten Ertragsausfall haben.

Abb. 2 Ausbringung des Regio-Saatgutes auf eine frisch angelegte Senke. Quelle: Sebastian Bauer.

Allgemein sind Senken wichtige Habitate für viele Tier- und Pflanzenarten, speziell aber für wiesenbrütende Vögel – wie den Kiebitz oder den großen Brachvogel -, Libellen und Amphibien, welche dort ihre Nahrung finden und diese Wasserstellen als Trink- und Bademöglichkeit nutzen.

Um die Senken möglichst effektiv für diese Tier- und Pflanzenarten zu gestalten müssen im bislang landwirtschaftlich intensiv genutzten Projektgebiet wesentliche Standortfaktoren verändert werden. Dies wurde durch das Ausbaggern der Flächen erreicht, da:

  • die im Oberboden fixierten Nährstoffe werden entfernt und somit der Torfkörper lokal vor weiterer Nährstoffeinwaschung geschützt wird.
  • die neue, tiefer liegende Geländeoberkante dem Grundwasserspiegel näher liegt, was eine geringere Austrocknung und damit eine längere Vernässung des Bodens ermöglicht.

Der jetzt feuchtere und nährstoffärmere Standort bietet ideale Voraussetzungen für die Neuansaat und als Lebensraum für weitere Zielarten wie z.B. die Vogel-Azurjungfer.

Abb. 3 Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum) Foto: Dirk Pape-Lange.

David Eschler

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David Eschler
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