Anlage einer Biotoplandschaft am Flüthewehr im Süden der Stadt Göttingen, Niedersachsen

Neu angelegter Wanderweg im Biotop am Flüthewehr im Süden Göttingens. Foto: Büro für Freiraumplanung.

Historie

Die umgestaltete Fläche mit der Größe von ca. 16 – davon ca. 12 ha Ackerland – ha liegt südlich vom Flüthewehr beidseitig des Flusses Leine.

Das bisher intensiv genutzte Ackerland wird aktuell in einen vielfältigen Lebensraum verwandelt und flussbegleitend für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten aufgewertet. Im Fokus stehen Eisvogel, Flussregenpfeifer, Amphibien, Insekten und viele weitere Artengruppen. Für Naturbegeisterte sollen etwa 100 Meter Holzsteg, ein Beobachtungspunkt und Informationselemente entstehen. Um der Natur im Zentrum des Biotops Ruhe zu ermöglichen, wird zudem ein alter Wirtschaftsweg entlang des Leineufers nach Osten verlagert.

Der Naturraum entsteht im Rahmen der Nachhaltigkeitsprogramme von Sartorius, der Life Science Konzern übernimmt auch die Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro. Neben der Stadt Göttingen, welche die Initiierung und Realisierung des Projektes gefördert und unterstützt sowie die Fläche zur Verfügung gestellt hat, ist auch die Heinz Sielmann Stiftung aus Duderstadt an dem Projekt beteiligt und hat die Koordination der Maßnahmen übernommen.

Problemdarstellung

Die Idee der Anlage eines Biotops im Raum von Göttingen entstand aufgrund des persönlichen Engagements des CEO von Sartorius, Dr. Joachim Kreuzburg. Anlass war keine Notwendigkeit im Sinne einer Auflage, die Maßnahme durchzuführen, sondern eine persönliche Überzeugung, der Natur etwas zurückzugeben. Angesichts der Intensivierung der Landwirtschaft, des enormen Flächenverbrauchs auch durch Unternehmen und des Klimawandels sind solche Projekte überall in Deutschland wünschenswert und auch dringend nötig, um flächendeckend Biotopstrukturen zum Erhalt der Artenvielfalt zu schaffen und diese nachhaltig im Sinne einer Biotopverbunds miteinander zu vernetzen.

Beschreibung der Maßnahme/n

Für die Anlage einer Flutrinne mit Mulden und Senken, mehrerer Flachwassertümpel und eines Teichs wurden seit August 2021 Erdarbeiten mit Bodenaushub durchgeführt. Weiterhin werden: das Ufer entsteint, Strömungslenker eingebaut, eine Spundwand für den Schwimmbalken am neuen Standort eingebaut und am alten Standort demontiert, sowie neue Durchlässe für den Anschluss des Landwehrgrabens an die Leine eingebaut. Zusätzlich wird ein neuer Wirtschaftsweg inkl. Wendeplatz für Betriebsfahrzeuge des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz gebaut, wobei der alte Wirtschaftsweg entlang des Flusses Leine rückgebaut wird. Für die Anlage eines Stegs, eines Beobachtungsturms, von Liegen, Fahrradständern, Infoschildern und Interaktionsstationen entlang der Wanderwege werden aktuell Fundamentbau- und Holzarbeiten durchgeführt.

Neu angelegte Flutrinne im Biotop am Flüthewehr im Herbst 2021. Foto: Büro für Freiraumplanung.

Zahlen, Daten, Fakten

Maßnahmentyp Neuanlage Feuchtbiotop
Ziellebensraum Auwald, Flutrinne, Flachwassertümpel, Stillgewässer, Randstrukturen, extensives Grünland
Größe des Biotops ca. 16 ha
Umsetzungszeitpunkt Umsetzung ab August 2021 (Spatenstich am 16.08.2021)
Kooperationspartner Sartorius AG, Stadt Göttingen und Heinz Sielmann Stiftung
Kosten ca. 1,5 Mio. € Brutto
Ort 51.509643591544034, 9.922468906249524

Rahmenbedingungen

Auf Initiative des Life-Science-Konzerns Sartorius und unter Koordination der Heinz Sielmann Stiftung aus Duderstadt entsteht bis Frühjahr 2022 ein vielfältiges Feuchtbiotop südlich des Flüthewehrs, in Nähe zum Naherholungsgebiet Kiessee. Die Stadt Göttingen stellt für das Projekt eine etwa 16 Hektar große Fläche am Fluss Leine zur Verfügung, die bisher überwiegend durch eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung geprägt war. Weitere Kooperationspartner sind der Leineverband e. V. und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Ein Teil der Fläche befindet sich auf Kreisgebiet. Die Leine teilt das Areal in zwei gleichmäßige Abschnitte, die einen ökologisch vielfältigen Lebensraum für seltene und gefährdete Tiere wie Amphibien und Vögel bieten sollen. Im Rahmen der Maßnahmenumsetzung werden in enger Zusammenarbeit mit dem Leineverband unter anderem ein Weichholz-Auwald, eine Flutrinne mit Mulden und Senken als Elemente des Auenreliefs, mehrere Flachwassertümpel, ein Teich und extensives Grünland geschaffen. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger ist ein Erlebnisweg mit Vogelbeobachtungsturm und Steg geplant.

Fertiggestellter Beobachtungsturm. Foto: Büro für Freiraumplanung.

Kontakt

Dr. Martina Koch

Projektmanagerin Naturnahe Firmengelände & Biodiversitätsprojekte

Dyrotzer Ring 4

14641 Wustermark / Elstal

Tel.: +49 5527 914-431

E-Mail.: martina.koch@sielmann-stiftung.de

Heinz Sielmann Stiftung